| Die wenigsten Menschen, die Bekleidung kaufen, wissen was sie wirklich für ihr Geld bekommen.
Daß es einen Unterschied zwischen konventionellen Naturfasern und biologisch angebauten Naturfasern gibt, ist vielen Verbrauchern noch nicht bekannt. Somit passiert es, daß man guten Gewissens Kleidung aus der Naturfaser Baumwolle kauft und nicht weiss, daß man evtl. trotzdem eine wahre Umweltsünde erwirbt.
Denn die konventionelle Produktion von Textilien und Bekleidung schädigt Mensch, Tier und Umwelt in sehr hohem Mass. In den 200 Tagen von der Aussaat bis zur Ernte wird die empfindliche Baumwollpflanze in Monokulturen mit großen Mengen hoch toxischer Insektiziden, Herbiziden und Fungiziden behandelt. Dazu kommen chemische Entlaubungsmittel, die vor der Ernte versprüht werden sowie große Mengen an Mineraldünger. Somit ist die 'normale' Baumwolle das landwirtschaftliche Produkt mit dem höchsten Einsatz an Chemikalien. Diese Mittel werden von den Arbeitern (oftmals auch Kindern) aufgrund mangelnder Kenntnisse über deren Giftigkeit meist ohne Haut- und Atemschutz versprüht. Bauern und Arbeiter auf dem Feld vergiften sich, Grundwasser wird verunreinigt, Tiere sterben. Baumwollbauern begehen Selbstmord, weil sie in einem Teufelskreis der Abhängigkeit von Grosskonzernen gefangen sind.
• Ca. 40% der weltweit produzierten Textilien und Bekleidung ist aus Baumwolle, der Rest aus Chemiefasern
• 25% aller weltweit eingesetzten Pestizide und 10% der Insektizide entfallen auf den konventionellen Baumwollanbau
• 20 000 Menschen sterben jährlich an den Folgen des konventionellen Baumwollanbaus (Schätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO)
Bei Bio- und/oder Fairer Bekleidung ist das nicht so.
Bio bedeutet:
Die Materialien (speziell Baumwolle) für Bio-Mode stammen aus ökologischem Anbau. Das bedeutet wie bei Bio-Lebensmitteln auch es gelten die Richtlinien des ökologischen Anbaus. Weder Gentechnik noch Pestizide, Herbizide oder chemische Dünge- und Entlaubungsmittel dürfen zum Einsatz kommen.
• Gentechnikfreie Baumwollsamen
• Gedüngt wird mit Mist oder Mulch
• Schädlinge werden mit Nützlingen bekämpft
• Unkraut und die Baumwolle selbst werden mit der Hand gepflückt. Das sorgt nebenbei aufgrund der besonders grossen Reinheit für höchste Qualität.
• Bewässerung der Felder mit Regenwasser
Wichtig ist auch, daß in der weiteren Produktionskette der Bio-Baumwolle auf umweltfreundliche Weiterverarbeitung wie z.B. Färbung geachtet wird. Hier kommen meist Reaktiv-Farbstoffe zum Einsatz (Ausnahme: pflanzlich gefärbte Stoffe), die zwar synthetisch sind aber so umweltfreundlich wie derzeit möglich. Zusätzlich wird für die umweltgerechte Entsorgung des Färbe-Abwassers gesorgt oder geschlossene Wasserkreisläufe genutzt.
Somit ist Bio-Baumwolle gut für die eigene Haut und für die Gesundheit der Menschen, die in der Baumwollindustrie arbeiten.
Fair bedeutet:
Fairer Lohn und die Einhaltung sozialer Arbeitsbedingungen gehören zu den Grundprinzipien fairer Bekleidung.
• Festgelegte Arbeitszeiten mit freien Wochenenden
• Arbeits- und Gesundheitsschutz
• Versammlungsfreiheit und Gewerkschaftszugehörigkeit der Arbeiter
• Keine Kinderarbeit
Das Ziel ist natürlich beide Ansätze in einem Produkt zu vereinen. Allerdings wiegen die Vorteile des biologischen Anbaus, gerade im Baumwollanbau für die Bauern so hoch, daß auch das schon ein wesentlicher 'fairer' Aspekt ist.
Der Anfang ist gemacht, aber der Anteil der Biobaumwolle ist mit ca. 60.000 Tonnen = 0,2% gemessen an der gesamten weltweiten Baumwoll-Produktion (ca. 30 Millionen Tonnen) noch minimal.
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